Ortschaft Raiza



Raiza Ortsgeschichte

Am westlichen Ausläufer des Elbesandsteingebirges, hart an der sächsischen Grenze, von Süden, Osten und Norden umgeben von Fichten und Kieferwaldungen liegt Raiza.

Nach mündlicher Überlieferung dürfte Raiza so um 1280 bis 1320 entstanden sein.  Aus einem Büchlein von Anton Nitsche Bürgerschulkatechet in Komotau, verfaßt 1908; Peterswald vor Hundert Jahren geht hervor, daß König Wenzel der I. es war, der in diesen Teil des Gebirges deutsche Ansiedler rief.  Solche scheinen vielleicht aus den gebirgigen Gegenden Thüringens gekommen zu sein.  So ist wohl anzunehmen, daß auch die ersten Siedler von Raiza ebenfalls von Thüringen gekommen waren.

Wie der Ort an seinem Namen kam ist schwer zu erklären.  Als die Siedler die ersten Häuser oder besser Hütten gebaut hatten, waren noch große Flächen mit Heidekraut bewachsen. Vielleicht dazwischen noch kleine Baumgruppen Waldbäume.  Ich möchte hier an das Müller und Patzelt-Püschel erinnern.  Es muß doch reizend ausgesehen haben, wenn die einzelnen Anwesen von blühenden Heidekraut umgeben waren.  So könnte aus reizend, nach einigen Umwandlungen der Ortsname Raiza entstanden sein.  Hoch über unserem Dörfchen, entlang der Nordseite, ragen über den Wipfeln der Bäume verschieden geformte Sandsteinfelsen hervor.  Der bekannteste Felsen hieß der Wachstein.

Hier mögen wohl in Kriegszeiten Wachen aufgestellt worden sein, daher der Name Wachstein. Von dort oben konnte man nicht nur s ganze Dorf übersehen, sondern auch noch ein großes Stück Reichstraße von Hellendorf nach Peterswald und bis hinüber im Süden, über das im Tal versteckte Peterswald zu den längst erloschenen Vulkan Spitz- oder Sattelberg.

         

Ortsteile und einstige Flurnamen im Ortsbereich von Raiza: Gärtnerseite ( älteste Ansiedlung ), Buschwinkel, Tampel, Mühltrebe, Streitweg, Korkerbüschel, Patzeltbüschel, Müllerbüschel, Pechofen, Fiebigweg, Kreuzweg, Müllerwirtschaft, Brandweg, Schenks, mehrere Steinrücken (Aufzählung von Südost nach Nordost), Glasergrund ( Weg nach Rosenthal, Sachsen ).  Die innerhalb des Ortes gelegenen Flurnamen waren großteils zu Ortsteilnamen geworden.

Als älteste Nennung der Ortschaft Raiza gibt Neder das Jahr 1340.  An ältesten Schreibungen sind bekannt: »Ratzdorff«1581, »Raicz« 1589, »Rötzsch« 1592 (in der sächsichen Landkarte von Oder), »Raitzdorff« 1620 und »Raitza« 1650; in der tschechischen Landtafel steht es 1653 ebenfalls als »Raiczdorff«.  Focke erwähnt außerdem eine Form »Ratzein« aus dem 16. Jahrhundert.

Die frühesten überlieferten Einwohnernamen sind Hippisch (1591), Hohfießel (1611), und Hübsch (1613).  Im Dreißigjährigen Krieg wurde »Reyczdorff« völlig zerstört und 1654 lagen seine 11 Gärtnerstellen noch wüst.  Um 1690 lauteten die Namen der Besitzer, soweit als Gärtner gezählt: Hübsch (3), Fritsche, Müller, Rauchfuß und Walter ( letzterer ein Müller ); als Häusler galten: Klement, Patzelt, Walter und Weckend.

Bis zur Aufnahme des TK von 1713 waren in »Reytsdorff« zu den 11 kleinbäuerlichen Wirten 2 Häusler gekommen, so daß insgesamt 13 Häusler vorhanden waren.  Es bestanden 1 Mühle und 1 Gastwirtschaft. In der Müller’schen Landkarte von 1720 ist der Ort als »Rotza« und in der Josefinischen Karte von 1781/82 als »Rätza« verzeichnet.