Tyssa

In einem der schönsten Teile der Böhmisch-Sächsischen Schweiz liegt, überragt von gigantischen Felsgebilden - die Tyssaer Wände - und umrauscht von dem Grün der nahen Wälder, in einer Seehöhe von 544 Metern die Ortschaft Tyssa.  Die Gemeinde Tyssa -- Gerichtsbezirk Tetschen -- bestand aus den Ortschaften Tyssa and Raiza.  Zur ersteren -- bisweilen amtlich auch Tissa geschrieben, z.B. 1857, 1939 -- gehörten die Einschicht Touristenbaude sowie ein Haus in Oberwald.  Innerhalb der breit gestreuten Ortschaften Tyssa und Raiza wurden zahlreiche Ortsteile unterschieden, die aus Flurnamen entstanden waren.  Die innerhalb der Orte gelegenen Flurnamen waren großteils zu Ortsleilnamen geworden.  Im Ortsbereich von Tyssa ( Aufzählung im Halbkreis von Südost nach Nordwest ): Tyßloch, Berg, Güntersdörfel, Die Mühlen, Krauthübel, Unter der Wand, Weichtschneiderhübel, Baumstück, Schaftrebe, Heide, Brunnenweicht, Hof, Höhe, Brache, Gassel, Losgründe, Am Sand, Buchs.

Das alte Schönstein verbirgt sich hinter den Ortsteilen Hof ( einst Standort der Herrschaftsgebäude ) und Brache ( ehemalige Meierhoffelder ); einige Häuser seitlich der Brache trugen den Scherznamen  »Buchtendörfel«.  Der an Tyssa westlich anschließende Ortsteil Antonsthal ( gegr. 1873; 10 Häuser ) und der an Raiza ebenfalls westlich anschließende Ortsteil Neuhof ( gegr. 1822; 32 Häuser ) gehörten zur Gemeinde Peterswald / Kreis Aussig.  Neuhof steht an Stelle des ehemaligen Zeidelgütchens  »Bienhof« am Loschebach.  Mundartliche Aussprache des Ortsnamen: »Dieße« und »Roatze« oder »Ratze«.  Gesamtfläche der Gemeinde: 1139 ha.

Die Ortschaft Tyssa - 450 bis 570 m über dem Meere - wird von den Bezirkstraßen von Königswald nach Raiza und von Peterswald nach Schneeberg durchzogen.  Die Ortschaft Raiza - 440 bis 511 m hoch gelegen - hat Straßenverbindung nach Tyssa, Peterswald, Eiland und nach dem sächsischen Ort Rosenthal Von Tetschen sind Tyssa und Raiza 12 bzw. 14 km enfernt.

 

Abschrift aus dem Tyssa Adreßbuch von 1910

Tyssa:     2547 Einwohner  -  425 Häuser  -  mit Raiza ( 361 - 64 )
                            Pfarrkirche zur heiligen Sankt Anna
                            5-klassige Volksschule mit 2 Parallelklassen

Metallfabriken:
               Augustin Hieke,  Prokop Jäger & Söhne,  F.A.Püschner,  Rauchfuß & Comp.,
               C.A. Weidmüller,  Weigend & Püschner,  Metallwarenfabrik "Krautmühle"

Bäcker: 4
Baumaterialhandlung: 1
Bildhauer: 2
Dachdecker: 3
Drechsler: 1
Faßbinder: 1
Feilenhauer: 1
Flaschenhändler: 2
Fleischer und Selcher: 6
Galanterie- und Kurzwarenhändler: 1
Gastwirte: 17
Gelbgießer: 4
Gemischtwarenhandlungen und Krämereien: 8
Graveure: 3
Handel mit gebrannten geistigen Getränken: 3
Hebammen: 3
Holzhändler: 1
K.K. Lottokollektur: 1
Kapellmeister: 2
Kartonagenerzeugung: 2
Knopfhändler: 2
Konfektionsgeschäft für Herren und Schuhhandel: 1
Lohnfuhrwerker: 9
Leichenbestattungsanstalt: 1
Maurermeister: 1
Metallknopferzeugung: 3
Metallknopfmanufaktur: 1
Modistin: 1
Müller: 1
Obstkonserven- und Fruchtsafthändler: 1
Ofensetzer: 1
Rasierer und Friseure: 2
Sattler und Tapezier: 1
Schlosser: 1
Schmiede: 2
Schnallenerzeugung: 1
Schneider: 4
Schuhmacher: 9
Schuhoberteilerzeugung: 1
Spengler: 1
Tabaktrafiken: 6
Tischler: 7
Uhrenhändler: 2
Zementwarenerzeugung: 1
Zimmermaler, Anstreicher und Lackierer: 5
Zuckerbäcker und Lebzelter: 2

 

The Location of Tyssa

Tyssa lies between 450 and 570 metres above sea level and is 12 km from Tetschen and 2 km from Raiza.  The Tyssaer Wände, the western start of the Elbesandstein- gebirge, rise to a height of 610 metres on its northside. 

In 1930, Tyssa had 1802 German inhabitants, 25 Czech and 40 others.  

Inns in Tyssa included: ‘Zum Erholungsheim’ am Hof, Nr. 1, owned and operated by Robert Perthen.

The graveyard was established in 1789.

Previous names for Tyssa were: 1541 Dissa, 1581, 1590 and 1620 Diesse, 1604 in der Thiessen, 1650 Tussa, 1653 Tieza, 1654 Tisa.  Since the end of the 1700’s it has been known as Tissa or Tyssa.

Quelle:  Alfred Heer, Heimatkreis Tetschen-Bodenbach:  Städte und Gemeinden. Heimatverband Kreis Tetschen Bodenbach e.V., Nördlingen, Dezember 1977.