Ortschaft Oberwald
Gemeinde Königswald
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Diese Ortschaft ist eine Spätrodung aus dem Jahr 1545.  In der Schätzung der Herrschaft Tetschen von 1581 ist in »Oberwaldtdorf« ein Hammer aufgeführt.  Damit steht wahrscheinlich der noch im 19. Jahrhundert gebräuchliche Hausname »Zechenschänke« im Zusammenhang.  Im Jahre 1595 wird ein gewisser Marks und 1602 ein Künzel erwähnt.  Bei der Aufnahme zur Steuerrolle von 1654 wurden 6 Gärtner und 1 Häusler, im Rahmen des Theresianischer Kataster von 1713 2 Wirte und 5 Häusler verzeichnet, von denen einer ein Schuster war.  Um 1654 erscheinen als Bewohner die Familien: Berger, Böhm, Hacker, Kriesche, Kühnel, Mitreiter, Neumann und Umlauf.  Die Josefinische Karte von 1781/ 82 verzeichnet »Oberwald«.  Gemäß Schaller ( 1787 ) bestanden 7 Hausnummern und gemäß Sommer  ( 1833 ) 8 Häuser mit 53 Einwohnern.  1813 fand bei Oberwald ein Gefecht statt, durch das im Ort Schäden angerichtet wurden.  Bis zum Jahre 1890 hatte sich die Zahl der Gebäude auf 10 erhöht und änderte sich weiterhin nicht mehr, die Zahl der Einwohner ging jedoch wegen der rauhen Gebirgslage und der Industrieferne allmählich auf 30 zurück.  In Oberwald kamen 1934 nur zwei Familiennamen mehrfach vor, nämlich Krauspenhaar und Bernhart ( je 2 ).2

Oberwald, nächst Königswald gelegen, ist eine deutsche Ansiedlung und der Sage nach von Königswalder Bewohnern nach Vertheilung der Grundstücke gegründet, um die auf jener Hochebene zugetheilten Grundstücke besser bewirthschaften zu können.  Dieses kleine Dorf wird in den ältesten vorhandenen Rechnungen genannt, gehörte zum Gute »Schönstein«, und kommt auch unter dem Namen »die Dreschhäuser« vor, weil die Bewohner auf dem alten Vorwerke Schonaw oder Schönstein, ..., das Getreide gegen den Bezug des 18. Theils ausdreschen mussten.3  

Oberwald im Erzgebirge, bei Königswald gelegen, hat heute noch wie früher 7 Häuser und 52 Einwohner. 

Oberwald mit 10 Häusern, wovon die Häuser No. 213 und No. 45 zu Königswald und No. 8 zu Tyssa gehören.    Es hat bloss 28 einheimische Bewohner, welche nach Königswald eingepfarrt und nach Nollendorf eingeschult sind.  Es gehört zum Postgebiete Königswald und ist seiner schon in I. 37 und II. 85 dieser Geschichte gedacht.
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1Mundartliche Aussprache der Ortsnamen : »Owerwald« und »Kinschwalde«.

2. Alfred Herr, Heimatkreis Tetschen-Bodenbach - Städte und Gemeinden.
     
Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach e.V., 2. Auflage 1993, S. 482.

3. P. Franz Focke, Pfarrer in Königswald, Aus dem ältesten Geschichts-
      Gebiete Deutsch-Böhmens.  Eine geschichtliche Durchforschung des Elbe-
      und Eulauthales,
erschienen im Selbstverlage des Verfassers, 1. Band und 2.
      Band 1879 und 3. Band 1889, Band I., S. 37.

4. Ibid., Band II., S. 85.